Musik

Rapper midwxst mit Pop-Trap

Rapper midwxst feilt weiter an seiner frenetischen Art von Pop-Trap

Der 18-jährige Rapper midwxst feilt weiter an seiner frenetischen Art von Pop-Trap und behält dabei eine grundlegende Schrägheit bei, die weder zu laut noch zu diskret ist. Ungefähr 30 Sekunden nach „Riddle“, der ersten Single von midwxsts neuer EP „Better Luck Next Time“, wird ein sonniges Gitarrenriff von einer verzerrten 808 verschluckt, metallische Snares tauschen den Platz mit Rock-Drums und midwxsts manierierter Emo-Rap wird zu einem Heulen. „Don’t say you ever knew me, ‚cause you don’t know my pain“, singt midwxst mit aufgewühlter Intensität und seine Stimme kratzt wie Sandpapier am Bass. Das Feuerwerk hält jedoch nicht lange an; schon bald kehren die Gitarre und die Lagerfeuer-Claps zurück und wir werden wieder in die Arme eines Popsongs gelegt. midwxst liebt maximalistische Beat-Drops und Juice WRLD-meets-Digicore-Cocktails, aber beim nächsten Mal hat er seine frenetische Art von Pop-Trap in ein leichter verdauliches Paket verpackt, ohne dabei seine verstörende Energie aufzugeben.

Rapper midwxst frenetische Art von Pop-Trap

Das letzte Projekt des in Indien aufgewachsenen Rappers midwxst, die Back in Action EP aus dem letzten Jahr, war vor allem eine Wut-Rap-Platte. Inspiriert von Playboi Carti und Lil Uzi Vert, legte Midwxst mit überschwänglichen Punchlines, euphorischen Synthesizern und donnernden Bässen seine Sad-Boy-Haltung ab. Ich kann das auch“, knurrt er auf der EP, „und ich kann es besser als du. In einer Post-Whole-Lotta-Red-Welt, in der ein Großteil des Wut-Raps, nun ja, schlecht war, klang Back in Action wie ein Künstler, der die Carti-Vorlage erweitert. So erfolgreich das Projekt von midwxst auch war, es war eindeutig nicht Midwxsts bevorzugte musikalische Ausdrucksform, weshalb es sich beim nächsten Mal besser anfühlt.

Schmerz wie ein Springmesser

Die EP schildert eine Trennung im Teenageralter im Schwebezustand, ein Raum, in dem sich die Rationalität auflöst und der Schmerz wie ein Springmesser durch den Körper fährt. Jeder Song handelt von einem amorphen Ex, der Lügen verbreitet, gehässige Texte verschickt und den Protagonisten aus Spaß an der Freude verletzt. In dem von Pop-Punk inspirierten „Car Seats“ atmet Midwxst einen Hauch des Parfüms seiner Ex ein und wird daran erinnert, wie sie ihn emotional gebrochen hat; in „Misery“ beschimpft er eine Ex, die nicht aufhören will, sein Telefon zu blockieren. Er ist ein magnetischer Sänger, der diese Szenen mit lebhaftem Schmerz singt, wobei sein nasales Timbre in verschiedene Kadenzen ein- und aussteigt. Und obwohl die gequälte Romanze anstrengend wird – fast jeder Song recycelt Tropen über das „Weglaufen“ und das Gefühl, „krank und müde“ zu sein -, trägt die thematische und emotionale Konsistenz dazu bei, die Geschichte zu festigen, während die Beats ständig neue Formen annehmen.

Rapper Midwxst Unruhe und Dringlichkeit

Die Produktion sorgt für die nötige Unruhe und Dringlichkeit. „Switching Sides“ klingt wie ein Drake-Song auf LSD, ein berauschender Emo-Trap-Banger mit einem so gewaltigen Bass, dass er die wunderbar eingängige Hook von Midwxst zu übertönen droht. Auf dem von Brakence unterstützten „Okay“ kollidieren ein paar Live-Drums und glitchige Trap-Snares mit Beeps, Squelches und E-Gitarre zu einem schwindelerregenden Strudel aus technischen und textlichen Ungereimtheiten. Im Gegensatz zu anderen aufstrebenden Hyperpop-Acts wie Glaive und Ericdoa, deren Sound immer mehr in den Mittelpunkt rückt, während die Scheinwerfer immer breiter werden, behält die Musik von Midwxst eine grundlegende Schrägheit bei, die weder zu laut noch zu diskret ist.

… herzzerreißenden Emo-Pop-Ballade

Mehr Glück beim nächsten Mal. Das Album schließt mit „On My Mind“, einer melodramatischen und herzzerreißenden Emo-Pop-Ballade. Selbst wenn der Text in gefühllose Floskeln verfällt – er ist immer noch auf der Flucht – wird der Song durch Midwxsts Hingabe an die Performance gerettet; der Schmerz, den er zum Ausdruck bringt, ist jenseits der Sprache angesiedelt, und er fühlt sich intuitiv an, sogar berauschend. In einer Streaming-Ökonomie, in der es keinen Mangel an eintönigen, genrelosen Songs gibt, ist es aufregend, einen Künstler zu hören, der so geschickt zwischen den Stilen hin- und herspringt, von Flex-Raps im Uzi-Stil bis zu reinem Pop. Mit seiner Geschicklichkeit hebt sich Midwxst in der sich ständig weiterentwickelnden Welt des Hyperpop ab.

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