Musik

KeKe – Thick

Die Wiener Rapperin & Sängerin KeKe veröffentlicht heute ihre neue Single “Thick” - eine Ode an den Körper jenseits der Größe 40. „‚Thick‘ ist ein Song für alle, die nicht in das jetzige Schönheitsideal passen und für alle, die noch immer viel zu selten gesehen und zelebriert werden“

Drake hat es mit „Honestly Nevermind“ gesagt, Beyoncé hat es mit „Break my Soul“ bestätigt und in Deutschland hat es Layla sogar letztes Jahr schon mit „Pose“ erahnen lassen: Diesen Sommer hören wir House! Und KeKes zweite Single „Thick“ reiht sich perfekt in diese Riege der neuen House-Wave ein und schubst jeden noch so skeptischen Boombap-HipHop-Fan auf den Dancefloor, wirft ihm vorher noch schnell eine Federboa um den Hals und beweist nebenher noch, dass das Ganze auf Deutsch ebenso fabulous klingt wie in den New Yorker Ballrooms der 70-er und 80-er Jahre – oder eben heute bei Drake oder Beyoncé. 

Das beste an „Thick“ – neben seiner unleugbaren Tanzbarkeit – ist aber, dass der Song auch eine Message hat und in erster Linie eine Ode an den Körper jenseits der Größe 40 ist. „‚Thick‘ ist ein Song für alle, die nicht in das jetzige Schönheitsideal passen und für alle, die noch immer viel zu selten gesehen und zelebriert werden“, erklärt KeKe selbst die Botschaft und Motivation hinter ihrem Song. Und die trifft auch auf sämtlichen Ebenen ins Schwarze: klanglich, aber auch textlich. Ihr werdet vermutlich so schnell keinen Song finden, der euch mit dermaßen vielen Quotes für Instagram-Captions versorgt. Hier mal eine kleine Auswahl: 

„Überall wird abgespeckt, doch my demeanor passt perfekt / Ja ich liebe wer ich bin – was schwere Knochen? Das ist Fett!“

„44 plus – passt! Schenkel vibriert unter’m Bass / ich bin schweiß – nass / Boobs hüpfen auf und ab“

„Es wird hell, liebe die Dellen / dein ass fat er lässt mich bellen“

„Rolls unterm Top – ein Accessoire!“

Wie KeKe bereits in den ersten Zeilen feststellt, ist der Körpertyp „thick“ gerade in der Modebranche angesagt. Das ist auch cool. Mehr Repräsentation ist schön und verschiedene Körperformen auf Plakaten zu sehen, kann für viele empowerend wirken. Dennoch möchte KeKe ins Gedächtnis rufen: „My body ain’t a trend – das ist meine Existenz!“ 

Ja, „Thick“ zelebriert die „Fat Babys“, besetzt das Wort positiv und will am Ende des Tages auch einfach Spaß machen, indem zu ihm alles auf der Tanzfläche gewackelt wird, was nicht durch Mieder, Shapewear und Bauch-Weg-Hosen festgezurrt ist, wenn der Beat einsetzt. Aber „Thick“ will auch Bewusstsein schaffen, dass kein Körper ein „Trend“ sein sollte, eine Modeerscheinung und dadurch kapitalisierbar von Außen. Denn in seiner Existenz als Trend kann ein solcher Körper auch schnell wieder „out“ werden kann, wenn die Öffentlichkeit das Interesse verliert. 

Vielmehr plädiert KeKe dafür: Ein Körper ist ein Körper. Er ist dazu da, dich am Leben zu halten, dich zu nähren, zu atmen und von Ort zu Ort zu tragen. Und speziell wenn du „Thick“ hörst um dich tanzen und singen zu lassen. Wie du dabei aussiehst, wo was rausguckt, wabbelt oder hüpft – dazu hat keiner was zu meinen, außer: Yes queen, I see you! 

Nicht nur KeKe als Mensch, sondern auch sie als Künstlerin hat viele Facetten, denen sie den nötigen Raum gibt. Mal ist die Wienerin das Selbstbewusstsein in Person und mal sind ihre Angststörungen und Depressionen das Thema. Sie versteckt ihre vermeintlichen Schwächen nicht, sondern zeigt, dass diese zu ihr gehören. Die Musikerin bricht mit Strukturen und Erwartungen und wird genau deshalb zum Rolemodel, das vielen Frauen Kraft und Akzeptanz gibt. Außerdem kämpft die Sängerin und Rapperin offensiv gegen gängige Schönheitsideale und macht deutlich, dass niemand einer Frauen sagen soll, was sie mit ihrem Körper zu tun oder zu lassen hat. Sie feiert Diversität auf allen Ebenen und steht auch außerhalb der Songs für Empowerment, Freiheit und Mut zu Softness.

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