Musik

KeKe rappt

Die Wiener Rapperin & Sängerin KeKe veröffentlicht heute ihre neue Single “Intro” - es ist der Startschuss für ein neues Kapitel: “Intro” gewährt einen intimen Einblick in die letzten 4 Jahre der spannendsten Newcomer Künstlerin im deutschsprachigen Raum und ist bis dato einer ihrer persönlichsten Songs.

KeKe ist BACK und reißt mit ihrer ersten Single „Intro“ den samtenen Theatervorhang so elegant und doch savage zur Seite, um dann wie eine Erscheinung, eine Lichtgestalt aus einem Sumpf aus Gleichklang und ihrer eigenen Absenz wieder zurück auf die Bühne zu steppen – selbstbewusst, Blick gerade nach vorn gerichtet, Kinn erhoben, die Hände in die Hüften gestemmt, ihre Nägel funkeln im Scheinwerferlicht. Sie strahlt.

„Intro“ ist all das, was man von einem Introtrack erwartet, erhofft. Er öffnet die Konversation, gibt einen Vorgeschmack auf das, was da noch kommen wird, ein perfekter Representer-Track. Und bei KeKe ist er außerdem eine Kampfansage. Ein Geständnis. Eine Abrechnung. Mit der Musikindustrie, aber auch mit sich selbst. Und nebenbei vielleicht einer der besten Songs, den sie je geschrieben hat. Period.

„Es ist ein altes Klischee, nenn’ es jung und naiv. Wollte nur Mucke machen, wusste nicht was rundum geschieht“, beginnt sie über die ersten, wie aus Nebel langsam auf uns zuschwebenden Beats zu rappen, bis der Song immer mehr anschwillt und KeKes Geschichte in all ihrer Eindringlichkeit in unser Ohr und Herz dringt wie ein Dolch. Die Stimme ist fest, rauchig, der Signature Farbklang, den wir von KeKe gewohnt sind, aber sie klingt erwachsener. Ernster. Bestimmter.

„Intro ist ein Einblick in die letzten 4 Jahre meines Lebens und einer der persönlichsten Songs, die ich je gemacht habe. Der Track symbolisiert das Ende eines Kapitels und gleichzeitig den Beginn eines Neuen.“ – KeKe über „Intro“

In den folgenden zwei Minuten und neun Sekunden verstehen wird dann auch, warum. KeKe erzählt von ihrem Einstieg in eine Industrie, die nicht umsonst dafür bekannt ist, Leute eher zu verheizen, statt ihr Feuer am Laufen zu halten, es anzufachen und zur wärmenden Quelle für sich selbst und die Menschen um sie herum zu kultivieren. Eine Industrie, in der das Label „Mental Health“ eher als Unique Selling Point betrachtet wird, statt als Verantwortung, die man seinen Künstler*innen gegenüber hegt und pflegen müsste. So erlebte das zumindest KeKe in ihren Anfängen. Und sie erzählt wie sie in dieser Welt am Untergehen war. Mal offensichtlich, wenn sie sich mal danebenbenahm, Gigs absagte, sich vollaufen ließ. Mal leise, wenn sie sich einfach zurückzog. Stiller wurde. Oder vielleicht auch einfach funktionierte und ihre Probleme weglächelte oder gar zu Orden umfunktionierte und sich ans Revers pinnte.KeKe geht dabei nicht nur mit der Musikbranche hart ins Gericht. Sie spricht offen über Drogenmissbrauch, Suizidgedanken, Überforderung und sexistische Klischees, die einer Frau begegnen, die „emotional“ komplexer ist als eine Papierserviette.Die etwas mehr als zwei Minuten lassen einen atemlos zurück. Sie fühlen sich an, als hätte man gerade einen Coming of Age Roman verschlungen und gleichzeitig fühlen sie sich viel zu kurz an. Man will noch mehr erfahren über diese komplizierte, talentierte, überraschende Frau, die ihre Fehler wie einen glänzenden und doch zerkratzen Schild vor sich trägt. Die ohne Pause, ohne Hook durchrappt, technisch on top of her game und gleichzeitig so mühelos in ihrer Delivery. Nochmal hören. Nochmal. Auf Repeat.Auch das mutet wie ein altes Klischee an, aber KeKe ist stärker aus der Krise hervorgegangen. Sie hat sie sich zu eigen gemacht. Phönix aus der Asche. Es ist gut zu wissen, das KeKes Feuer nicht erloschen ist. Im Gegenteil. Es brennt heller und wilder denn je.

Über Keke – Rapperin

KeKe (bürgerlich Kiara Hollatko) ist in Wien geboren. Sie durchlebte nicht die klassische Rap- Sozialisation und ist aktuell doch eine der spannendsten KünstlerInnen im deutschsprachigen Raum. KeKes diverse Musikeinflüsse sorgen auch für ihren speziellen Sound – sie wechselt von hartem Rap zu gefühlvollem Gesang und wieder zurück zu Rap als wäre es ihre leichteste Übung. Kiara studierte Jazzgesang, arbeitete als Betreuerin für Menschen mit Behinderung und war Mitglied einer Jazz Band. 2018 tauchte sie wie aus dem Nichts, mit dem Song „Donna Selvaggia“ in der Rap-Welt auf. Nur ein Jahr später hatte sie Features mit Trettmann, Kummer und Majan und veröffentlichte ihre EP „DONNA“. Auch als Voract bei den Live-Touren von Kummer und Tarek K.I.Z. konnte sie überzeugen.

Nicht nur KeKe als Mensch, sondern auch sie als Künstlerin hat viele Facetten, denen sie den nötigen Raum gibt. Mal ist die Wienerin das Selbstbewusstsein in Person und mal sind ihre Angststörungen und Depressionen das Thema. Sie versteckt ihre vermeintlichen Schwächen nicht, sondern zeigt, dass diese zu ihr gehören. Die Musikerin bricht mit Strukturen und Erwartungen und wird genau deshalb zum Rolemodel, das vielen Frauen Kraft und Akzeptanz gibt. Außerdem kämpft die Sängerin und Rapperin offensiv gegen gängige Schönheitsideale und macht deutlich, dass niemand einer Frauen sagen soll, was sie mit ihrem Körper zu tun oder zu lassen hat. Sie feiert Diversität auf allen Ebenen und steht auch außerhalb der Songs für Empowerment, Freiheit und Mut zu Softness.

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