Musik

Dan Bejar – Der Destroyer

Dan Bejar mit Destroyer-Persönlichkeit

Dan Bejar hat so lange an der Rezeptur seiner Destroyer-Persönlichkeit gefeilt – drei Teile bissig zu zwei Teilen reumütig, ein Schuss Bitterstoffe und Shake -, dass man leicht übersehen kann, wie viel Experimentierfreude er an den Tag gelegt hat, ohne auch nur für eine Sekunde seine trockene Alt-Buzzard-Pose zu verlassen. Je nach Interessenlage hört man seinen trockenen Bariton über Powerchords von Mick Ronson, Streichern von Nelson Riddle oder Fretless-Bass und Saxophon von Roxy Music schweben. Auf „June“, der dritten Singleauskopplung aus seinem kommenden Album Labyrinthitis, entdecken wir wieder einmal etwas völlig Neues im Bejarverse. Nach vier Minuten lockerem, seidigem Pop im Kaputt-Modus beginnt der Bass auf einer einzigen Note zu stampfen und wir bekommen eine zweiminütige Spoken-Word-Performance zu hören.

Dan Bejar – Der Zerstörer

Das ist ein großes Risiko – er hätte leicht wie ein Idiot aussehen können. Aber wie sich herausstellt, passt der rasante Spoken-Word-Auftritt perfekt zu diesem geborenen Schwätzer. Die Verse sind eine wahre Fundgrube: „Du kommst swingend raus, aber du gehst auch swingend unter / Du zahlst gutes Geld für eine Millionen-Dollar-Aussicht“.

Hier kommt sein Musikvideo:

Gegen Ende beginnt seine Stimme sich zu verzerren und zu verbiegen, auch das ein Novum für einen Destroyer-Song, aber der Charakter, der uns begegnet, ist sofort erkennbar. „The rude empiricism of every troubled loser, quote-unquote-unquote“, murmelt er, und das Versprechen, das in dem Song steckt, ist dasselbe wie immer: Wenn du nur genau wüsstest, wo das Zitat beginnt und das Unzitat endet, könntest du endlich entschlüsseln, was Dan Bejar dir die ganze Zeit über sagen wollte.

What’s your Reaction?
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
+1
0
Previous ArticleNext Article

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Send this to a friend