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Alyssa Midcalf mit zweitem Album

Alyssa Midcalf aka primer

Das zweite Album der Singer-Songwriterin Alyssa Midcalf unter dem Namen Primer, Incubator, behandelt harte Wahrheiten unter unwiderstehlichen Synthpop-Beats und Melodien.

„Abject Pop“. So nennt Alyssa Midcalf, die unter dem Namen Primer auftritt, ihre Musik mit dem stimmungsvollen Synthpop. Beschwingte Beats gemischt mit Texten, die sich mit den harten Realitäten des Lebens auseinandersetzen – das ist nicht gerade ein neuer Ansatz in der Popmusik, aber einige machen es sicherlich besser als andere. Midcalf, die 2019 ihr erstes Primer-Album – Novelty – veröffentlicht hat, hat auf ihrem Debüt einen schwammigen, manchmal undurchdringlichen Sound geschaffen. Mit Incubator ist ihr Sound etwas zugänglicher, aber immer noch vielschichtig genug, um bei jedem neuen Hören neu zu klingen.

Alyssa Midcalf in Teenagerjahren

Incubator wurde von Noah Prebish (Psymon Spine) mitproduziert und heißt so, weil viele der Songs in Midcalfs späten Teenagerjahren entstanden sind und sich weiterentwickelt haben. Der Eröffnungssong „Impossible Thoughts“, der von einem roboterhaften New-Wave-Beat und sehnsüchtigen Synthesizer-Linien begleitet wird, handelt von den Schwierigkeiten des Aufwachsens in einer sich verändernden Welt unter der Last vermeintlicher Erwartungen.

„Es fühlt sich an, als würde ich einer Gehirnwäsche unterzogen“, singt Alyssa Midcalf über einem stampfenden Dance-Beat. „Es wird ein unmöglicher Gedanke / Eine große Maschine, und ich bin ein Rädchen / Hör nie auf, es ist nie genug.“ Auch in dem schwungvollen 1980er Synthie-Pop-Stück „Just a Clown“ singt Alyssa Midcalf über künstlerische Selbstzweifel und Akzeptanz: „Ich kann es nicht glauben / Es ist so weit gekommen / Ich bin nur ein Clown / Und ich werde nie gewinnen.“

Introspektivere Momente

Es gibt aber nicht nur fröhliche Up-Tempo-Kracher. Alyssa Midcalf widmet sich auch musikalisch introspektiveren Momenten wie dem ätherischen „Things Fall Apart“, dem synthiegetränkten Quasi-Shoegaze „You“ und sogar dem vielschichtigen „Anything“. Das letzte Stück beginnt als ernüchternde Retro-Fackellied-Ballade, die an Alison Moyet erinnert, bevor die Beats einsetzen und Alyssa Midcalf die Menge zurück auf die Tanzfläche holt.

Hier kommt Alyssa Midcalf im Musikvideo auf YoutTube Musik:

Alyssa Midcalf aka Primer

Einer der besten Momente von Incubator ist „Hypercube“, das wohl glänzende Herzstück von Incubator. Der Song beginnt mit einer perkussiven Kakophonie und einer treibenden Synthesizer-Sequenz. Das blitzschnelle Tempo treibt den Song voran, während Alyssa Midcalf und Prebish mit einer schwindelerregenden Vielfalt an Klängen um sich werfen, als ob sie alles auf eine Karte setzen würden – und alle möglichen Riffs, Hooks und Keyboard-Sounds an die Wand werfen (während Midcalf singt „Let it go, let it go“). Zum Glück bleibt alles hängen, vor allem das seltsame, aber befriedigende Ambient-Segment, das den Song abschließt.

Alyssa Midcalf mit nachdenklicher Note

Incubator schließt mit dem eingängigen, beschwingten „Warning“ auf einer positiven, nachdenklichen Note.

Im Pressetext des Albums beschreibt Alyssa Midcalf aka Primer den Song als „eine Feier des Endes einer giftigen Beziehung… ein großes Finale der Platte und eines jahrelangen Zyklus von Schmerz und Angst“. Über einer Schicht von Synthesizern und einem tuckernden Dance-Beat ist Midcalf mit sich selbst im Reinen: „Ich lebe mein Leben allein / Ich bin jetzt auf mich allein gestellt / Und ich behalte es für mich, aber ich will es nicht / Denn ich werde nie wieder so für dich empfinden.“

Egghunt Records hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt und beeindruckende Singer-Songwriter-Alben von Leuten wie Thin Lear (Wooden Cave), Lizzie Loveless (You Don’t Know) und Alyssa Gengos (Mechanical Sweetness) herausgebracht. Mit Primer’s Incubator fügt das Label eine weitere einzigartige Künstlerin zu seinem Roster hinzu. Es sind Lieder voller Herzschmerz und Schmerz, aber auch voller Freiheit und Reife. Und jede Menge Hooks.

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